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| Wooden Dummy Seminar mit Master Wang Kiu | |||
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| Dieser Bericht ist im Original zitiert. Urheber ist der der Wushu Verband Nordrhein-Westfalen.
Eine lebende Legende des Wing Chun, Großmeister Wang Kiu, besuchte am 28.02.2009, wie so oft, seinen Schüler, Sifu Klaus Jeske , um mit ihm gemeinsam in dessen Schule in Aachen erneut ein Seminar, diesmal zum Thema „Wooden Dummy Hölzerner Mann“ durchzuführen. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Ping Liu Wang. Wang Kiu ist 85 Jahre alt und der älteste noch lebende Schüler von Yip Man aus dessen Hong Kong Ära sowie einer der wenigen Schüler, die von Yip Man im Privatunterricht das gesamte Wing Chun System, einschließlich der Waffenformen gelernt haben. Auch in persönlichen Angelegenheiten von Yip Man war Wang Kiu ihm ein enger Vertrauter. Sifu Klaus Jeske ist der offizielle Vertreter von GM Wang Kiu und seine Schule in Aachen (German Wing Chun Association e.V.) die einzige vom Großmeister zertifizierte Schule in Deutschland. Klaus Jeske hat das gesamte System im Privatunterricht erlernt und in den letzten Jahren Tag um Tag mit Wang Kiu in Den Haag und Aachen verbracht, um das System unverfälscht weitervermitteln zu können. Aufgrund des hohen Alters seines Meisters war es Klaus Jeske nur dadurch noch möglich, dass Wing Chun System komplett von Wang Kiu zu lernen, da er bereits über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren Techniken und Abläufe des Wing Chun aus verschiedenen Linien trainierte und studierte. Zum Training hinzu kamen Tage und Nächte, in denen der Meister seinem Schüler über Bedeutungen von Bewegungen, Geschichte des Wing Chun, Übersetzungen aus dem Chinesischen sowie Trainingsweisen unter Yip Man erzählte. Auch die chinesische Philosophie nahm hier einen nicht unwesentlichen Platz ein. Noch auf dem Seminar wies GM Wang Kiu darauf hin, dass er Klaus Jeske nicht nur als fleißigen Schüler sondern auch als guten Freund schätzt, der mit maximaler Genauigkeit unverfälscht das System lehrt. „Ich bin überglücklich, immer wieder nach Aachen kommen zu können, um meine deutsche Kung Fu Familie zu besuchen. Nicht in vielen Schulen gibt es einen so hohen Standard“, so der Meister. „Hinzu kommt, dass die Seminare in Aachen nicht öffentlich sind und so eine sehr familiäre Atmosphäre entsteht“. Auch liegt der Fokus in Aachen bei der German Wing Chun Association nicht auf den finanziellen Dingen. Trotz der hohen Qualifikation unterrichtet Sifu Klaus Jeske sein Wing Chun im Rahmen von Vereinsarbeit, um es auch denen zu ermöglichen, die keine großen finanziellen Spielräume haben. Hinzu kommt, dass nach der chinesischen Methode unterrichtet wird. Prüfungen gibt es nicht. „Ich weiß doch, was meine Schüler gelernt haben, schließlich unterrichte ich sie und sehe sie mehrmals in der Woche im Training“, so Klaus Jeske. Das Seminar begann mit einer Formenvorführung der Kindergruppe, der eine Vorführung folgte, in der erwachsene Aachener Schüler die drei Handformen zeigten. Danach begann das eigentliche Seminar, welches den ganzen Tag dauerte und in dem alle Schüler je nach Level verschiedene Bewegungsabläufe aus den 108 Bewegungen des Wooden Dummy trainierten. Zwischendurch hatte jeder Schüler die Möglichkeit, GM Wang Kiu Fragen aller Art zu stellen, die der Meister gerne beantwortete. Wang Kiu begann 1952 unter Yip Man, Wing Chun zu lernen, nachdem er bereits Erfahrungen im Nördlichen Mantis Stil gesammelt hatte. Der Bruder seines leider viel zu früh verstorbenen damals besten Freundes Wong Shun Leung brachte ihn einst zu Yip Man. Zusammen mit Wong Shun Leung focht Wang Kiu in den 50 iger Jahren die weltbekannten Roof-Fights aus, die zu der Bekanntheit des Wing Chun geführt haben. Wang Kiu war bei diesen Kämpfen nicht nur als Austragender sondern auch als Schiedsrichter tätig. Unter anderem war er Referee in dem Kampf, der Wong Shun Leung dazu veranlasste, die Erste Form des Wing Chun „Siu Lim Tao Kleine Idee“ zu ändern, in dem eine Bewegung ergänzt wurde. GM Wang Kiu ist die anerkannte Kompetenz auf dem Gebiet des Wing Chun. Er hat diese Kampfkunst als einer von ganz Wenigen unverändert bewahrt und nur wenigen Schülern umfassend weitervermittelt. Im letzten Jahr wurde Wang Kiu in Aachen, für sein Lebenswerk mit dem internationalen Award „Großmeister des Jahres der WVTAA“ ausgezeichnet. Einst brachte er in seinem Privathaus dem noch sehr jungen Bruce Lee die ersten 30 Bewegungen am Wooden Dummy bei. Damals gab es in der Schule von Yip Man noch keinen hölzernen Mann. GM Wang Kiu war einer der ersten Schüler, die in den fünfziger Jahren einen Wooden Dummy besaßen. Yip Man lehrte Wang Kiu einst die Holzpuppenform noch ohne Dummy am Mann. Diese kaum bekannte Art und Weise, die 108 Bewegungen des Wooden Dummy in einer Partnerversion zu lehren, wird bis heute auch in der Aachener Schule durch Sifu Klaus Jeske zusätzlich praktiziert und gelehrt, um den Schüler ein besseres Verständnis für die Anwendungen zu geben. Auf dem Seminar gab Klaus Jeske unter den Augen seines Vaterlehrers eine Vorführung der „Living Dummy“ Version, wie sie GM Wang Kiu einst von seinem Meister ,Yip Man, erlernte. Im direkten Anschluss führte Sifu Klaus Jeske die Version direkt am „Hölzernen Mann“ vor. Die Seminarteilnehmer hatten so die Möglichkeit, die Praktikabilität der Bewegungen im „Living Dummy“ sofort auch in der Holzpuppenform wieder zu finden. Unter den Teilnehmern des Seminars war noch ein weiterer Schüler des Meisters. Renardo Reed, der Leiter der American Wing Chun Association und jüngere Kung Fu Bruder von Klaus Jeske. Renardo Reed, ehemaliger Soldat der US-Streitkräfte, unterrichtet das Wing Chun bei der US-Army in Wiesbaden. Alle Teilnehmer des Seminars waren hochzufrieden mit der Veranstaltung. GM Wang Kiu wies zum Ende noch mal darauf hin, dass Wing Chun logisch, einfach, unspektakulär und für jeden zu erlernen ist, insofern man die Prinzipien des Systems befolgt und Bereitschaft zeigt, fleißig zu trainieren. Abgeschlossen und abgerundet wurde der Tag dadurch, dass im Anschluss an das Seminar die von Klaus Jeske ausgebildeten Lehrer des Vereins Großmeister Wang Kiu ihre Handformen vorführten. GM Wang Kiu konnte sich so selbst davon überzeugen, dass die Zukunft und Verbreitung des traditionellen Wing Chun Kung Fu auch durch weitere jüngere Lehrer sichergestellt ist. |
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